Bundeskriminalamt

Startseite | Notrufnummern | Kontakt | Impressum

Wir über uns

Prävention

Betrug im Internet

Fahndung

Presse

Berichte und Statistiken

Kontakt und Meldestellen

Links

Kriminalitätsbekämpfung

Dem Verbrechen auf der "Ton"-Spur

Experten des Bundeskriminalamts und des Instituts für Schallforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften informierten bei einem Fachseminar am 24. und 25. Februar 2015 in Wien über "Forensische Sprechererkennung".

Erpressung, Entführung, Terrorismus: Liegt im Rahmen von polizeilichen Ermittlungen verdächtiges Tonmaterial vor, kommen die Expertinnen und Experten der Sprechererkennung zum Einsatz. In Österreich gibt es in diesem Bereich eine enge Zusammenarbeit der Polizei mit dem Institut für Schallforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Liegt ein richterlicher Beschluss vor, können im Ermittlungsfall akustische Hörproben nach stimmlichen und sprachlichen Kriterien analysiert werden. Das Tonmaterial wird an die Expertinnen und Experten des Instituts übergeben, diese übermitteln das Ergebnis zurück an die Ermittler. Das geschulte Ohr der Phonetikerinnen und Phonetiker ist nach wie vor das wichtigste Analyseinstrument, weil es – anders als der Computer – von einer schlechten Aufzeichnungsqualität und dem emotionalen Zustand des Sprechers abstrahieren kann.

Mithilfe der Sprechererkennung können Phonetiker Aussagen über biologisches Alter, Geschlecht, regionale Herkunft, Sprachkompetenz und soziale Zugehörigkeit des anonymen Sprechers treffen. Gibt es bereits einen Verdächtigen oder Angeklagten in einem Ermittlungsfall, wird ein Stimmvergleich vorgenommen. Auch die akustischen Aufnahmegegebenheiten – Hintergrundgeräusche, Übertragungsarten – können Hinweise liefern.

Ziel des Fachseminars "Forensische Sprechererkennung" am 24. und 25. Februar 2015 in Wien war der Informationsaustausch zwischen Behörden und universitären sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen. An dem Seminar nahmen unter anderem auch Expertinnen und Experten des Bundeskriminalamts Wiesbaden und verschiedener Landeskriminalämter Deutschlands teil. Erstmals war auch eine Vertreterin des "Labors zur forensischen Prüfung von Audio- und Videoaufzeichnungen" aus Moskau anwesend. Ein Fallbeispiel diente der Veranschaulichung der Theorie.

"Derzeit kommt bei polizeilichen Ermittlungen hauptsächlich die auditiv-akustisch phonetische Methode zum Einsatz. Automatische Sprechererkennungssysteme sind auf dem Markt, sind aber in der Fallarbeit nur begrenzt einsatzfähig und werden hauptsächlich in der Forschung verwendet", erklärte Univ.-Doz. Dr. Sylvia Moosmüller, Expertin für Akustische Phonetik am Institut für Schallforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. "Automatische Systeme liefern insbesondere bei verschiedenen Sprachen oder bei unterschiedlichen technischen Bedingungen unzureichende Ergebnisse. Sie können maximal als Unterstützung zur auditiv-akustisch phonetischen Analyse eingesetzt werden."


Foto

In Österreich gibt es im Bereich der Sprechererkennung eine enge Zusammenarbeit der Polizei mit dem Institut für Schallforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.


Bild anzeigen
Druckansicht

(BMI/Egon Weissheimer Abdruck honorarfrei)

Foto

Ziel des Fachseminars "Forensische Sprecherkennung" war der inhaltliche Austausch zwischen Behörden und universitären sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen.


Bild anzeigen
Druckansicht

(ÖAW/Konstantin Ulitsch Abdruck honorarfrei)

Artikel Nr: 12108 vom Dienstag, 03. März 2015, 08:53 Uhr.
Reaktionen bitte an die Redaktion

Zurück

BM.I Bundesministerium für Inneres - Bundeskriminalamt, 1090 Wien, Josef-Holaubek Platz 1, Tel.: +43-1-24836 Dw. 985025-985027 

BM.I Sicherheits-App