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Korrigierte Zahlen im Schlepperbericht 2014

Irrtümlicherweise wurden bei der ersten Veröffentlichung des Schlepperberichts 2014 am 10. April 2015 nicht die korrekten Zahlen verglichen: Es wurden die Zahlen aus 2014 nicht mit 2013, sondern mit dem Jahr 2012 verglichen. Das Bundeskriminalamt entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten.

Steigende Zahlen bei den festgenommenen Schleppern und den Geschleppten, Stärkung der internationalen Maßnahmen und der Zusammenarbeit

Wie schon 2013 ist auch im Vorjahr wieder ein Anstieg der Schlepperkriminalität und der damit verbunden Ausnützung von Menschen zu verzeichnen. So wurden im Jahr 2014 insgesamt 34.070 Personen aufgegriffen. Das bedeutet im Vergleich zu 2013 (27.486 Personen) eine Steigerung von 24 Prozent.

Sicherheitspolitische und wirtschaftliche Veränderungen wirken sich unmittelbar auf Migrationsströme aus. Nach dem Abzug der ISAF-Truppen (International Assistance Force) aus Afghanistan ist ein deutlicher Anstieg von Flüchtlingen zu verzeichnen. Der Krieg in Syrien und im Irak hat einen enormen Flüchtlingsstrom in die Nachbarländer und nach Europa bewirkt. Die Destabilisierung von Libyen hat zur Folge, dass Schlepperorganisationen ungehindert agieren können. Aufgrund dessen gibt es einen anhaltenden Zustrom aus dem afrikanischen Raum.

Statistik

Die Zahl der festgenommenen Schlepper stieg von 352 (2013) auf 511 (2014) und die Zahl der geschleppten Personen stieg von 12.323 (2013) auf 20.768 (2014). Bei der Zahl der rechtswidrig Eingereisten oder Aufhältigen gab es einen Rückgang von 14.811 (2013) auf 12.791 (2014). Die meisten festgestellten Grenzübertritte erfolgten aus Italien (51,6 Prozent) und Ungarn (34,4 Prozent).

Die meisten Schlepper waren ungarische Staatsbürger (64) gefolgt von Staatsangehörigen aus Serbien (56), Syrien (34) und Kosovo (34). Die meisten geschleppten Personen kamen aus Syrien (6.510, 2013: 1.951), Afghanistan (4.069, 2013: 1.632), Kosovo (1.429, 2013: 690), Irak (925, 2013: 256) und der Russischen Föderation (897, 2013: 1.661). Bei den rechtswidrig eingereisten bzw. aufhältigen Personen führen Staatsangehörige aus Syrien (2.539, 2013: 992), Eritrea (1.732, 2013: 152), Nigeria (726, 2013: 1.181), Indien (720, 2013: 1.790) und Somalia (598, 2013: 202).

Maßnahmen

Im Büro für Menschenhandel und Schlepperei im Bundeskriminalamt laufen national und international alle Strategien, Maßnahmen und Projekte zusammen. 2014 wurden unter anderem die bilaterale Zusammenarbeit mit den tschechischen, slowakischen und ungarischen Ermittlungsbehörden und der Austausch aktueller kriminalpolizeilicher Informationen und Analysen weiter vertieft.

In den von Europol koordinierten Projekten EMPACT (European Multidisciplinary Platform against Criminal Threats) und FIMATHU (Facilitated illegal migration effected Austria Hungary) ist die österreichische Polizei führend tätig. Dadurch werden die internationalen Maßnahmen zukünftig noch enger gebündelt. Die Ermittler aller beteiligten Länder wird eine unbürokratische Zusammenarbeit ermöglicht. So werden ein direkter Informationsaustausch und kurze Kommunikationswege geschaffen. FIMATHU ist eine gemeinsame Datenbank, die hilft schneller und effektiver gegen Schlepper vorzugehen.

Ausblick

2015 wird nun ein neues zentrales Koordinations- und Ermittlungselement im Bundeskriminalamt eingerichtet. Die Sonderkommissionen wurden aufgelöst. Diese Neuorganisation ist nötig, um die Informations-, Konsultations-, Koordinations- und Steuerungszusammenhänge zwischen den Ermittlungseinheiten der Landespolizeidirektionen und dem Bundeskriminalamt besser erkennen und rascher Gegenmaßnahmen setzen zu können. Durch diese Maßnahmen werden die Ermittlungsbereiche in den betroffenen Landespolizeidirektionen gestärkt. Die bisherige Arbeit der Sonderkommissionen geht routinemäßig in die Linienarbeit über.

Für heuer ist ein mindestens gleichbleibender Flüchtlingsstrom aus dem Kriegsgebieten Syrien und Irak zu erwarten. Sollte sich die Situation in Syrien nicht verbessern, werden sich noch mehr Flüchtlinge Richtung Europa in Bewegung setzen. Aufgrund des Scheiterns von Stabilisierungsmaßnahmen in Libyen ist von einem massiven Anstieg von Flüchtlingen nach Südeuropa und weiter nach Nordeuropa auszugehen. Durch die instabile Sicherheitslage in Afghanistan ist ein hoher Flüchtlingsstrom im Jahr 2015 zu erwarten.

Weiterführende Dokumente:


Foto

Titelbild Schlepperbericht 2014


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(BMI Abdruck honorarfrei)

Artikel Nr: 12234 vom Montag, 20. April 2015, 10:27 Uhr.
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