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Notwohnung für junge Frauen

Innenministerin Mag.a Johanna Mikl-Leiter und Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek unterstützen junge Frauen, die von Zwangsheirat betroffen sind, mit einer Notwohnung.

"Wir haben die Verantwortung gegenüber den jungen Mädchen und Frauen, die von Zwangsehe bedroht sind, sehr ernstgenommen und nun ein wichtiges, im Regierungsprogramm verankertes Projekt zur Schaffung von Notunterkünften für die Betroffenen verwirklicht", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Innenministerin Mag.a Johanna Mikl-Leiter und Meltem Weiland vom Verein Orient-Express. "Damit setzen wir gerade jetzt vor dem Sommer ein wichtiges Signal, denn wir wissen, dass besonders die Ferienzeit gefährlich für die Mädchen ist. Im Sommer werden sie zur Heirat in ihr Heimatland geschickt oder ihr künftiger Partner wird nach Österreich geholt."

"Zwangsehe ist Gewalt, gilt strafrechtlich als schwere Nötigung und ist eine schlimme Menschenrechtsverletzung. Wir haben daher jetzt in Wien eine Wohnung bereitgestellt, die nicht nur Zuflucht und Unterkunft bietet, sondern Beratung und Betreuung durch Expertinnen des Vereins Orient-Express. Damit wollen wir den jungen Frauen, die unter starkem Druck stehen, den Weg in ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben ermöglichen", sagte Heinisch-Hosek, die dem Verein für die lange Vorbereitungszeit und der Innenministerin für die gute Zusammenarbeit dankte.
Die Wohnung, deren Adresse nicht der Öffentlichkeit bekanntgegeben wird, bietet bis zu zehn Mädchen Platz. Dazu verfügt sie über ein Beratungsbüro, ein Schlafzimmer für die Betreuerinnen und einen direkten Draht zur Polizei. Die Gesamtkosten betragen rund 360.000 Euro.

"Wir teilen uns nicht nur die Kosten, sondern auch die Verantwortung", betonte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner. "Wir schulen unsere Polizei, dennoch ist der Schutz dieser Mädchen eine große Herausforderung. Die Zwangsverheiratung geschieht meist im Verborgenen, die Frauen können manchmal zu wenig Deutsch, sind zur Unterordnung erzogen und kennen die österreichische Rechtslage nicht. Die Dunkelziffer ist hoch. Dank der Öffentlichkeitsarbeit von Orient-Express wenden sich nun immer mehr Mädchen um Hilfe an den Verein, mit dem die Polizei sehr gut zusammenarbeiten kann." Mikl-Leitner verwies auch auf die Ausweitung des Sicherheitspolizeigesetzes, die es der Polizei ermögliche, Gefährder festzunehmen und ein Betretungsverbot durchzusetzen.

Meltem Weiland betonte, dass Zwangsehen nicht mit Tradition, Religion oder Kultur zu rechtfertigen seien. "Zwangsehen sind quer durch die Nationen und Religionen breit gestreut und nicht auf den muslimischen Kulturkreis beschränkt."

Der Verein begann seine Arbeit 2001, organisierte Schulworkshops und Seminare in den Bundesländern. "Mit der Zeit sind immer mehr Betroffene zu uns gekommen, speziell nach der Sommerpause. Im vergangenen Jahr haben sich 89 Mädchen an uns gewendet. Es ist sehr schwer, ein 16-jähriges Mädchen, das die Familie verlassen muss, aufzufangen. Wir sind deshalb froh, dass wir nun eine geeignete Betreuungsmöglichkeit haben."

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Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, Meltem Weiland vom Verein Orient Express und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner


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Artikel Nr: 10273 vom Dienstag, 09. Juli 2013, 13:57 Uhr.
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