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Aktionswoche gegen Bestellbetrug

Im Rahmen der von Europol initiierten Aktionswoche wurden in neun europäischen Staaten Schwerpunktaktionen zur Bekämpfung von Bestellbetrug durchgeführt. Dank enger Kooperation mit der Technischen Universität und zwölf namhaften Firmen konnten in Österreich fünf Verdächtige ausgeforscht und 13 Pakete sichergestellt werden.

Einkaufen im Internet wird immer beliebter und umfasst mittlerweile das gesamte Warenangebot. Bestellung mit Kreditkarte, Zahlung nach Erhalt der Ware mit Erlagschein und Vorauskasse sind besonders gängige Zahlungsformen. Auch professionelle Internetbetrüger wollen vom boomenden Onlinehandel durch Bestellbetrug profitieren. Beliebt sind bei ihnen vor allem Elektroartikel wie Handys aber auch Markenkleidung und Kfz-Bestandteile. Vor allem Bestellungen durch Zahlungen mit Erlagschein nach Erhalt der Ware oder Bestellungen mit widerrechtlich erlangten Kreditkartendaten werden von Betrügern durchgeführt.

Um diese Art des Betruges wirksam zu bekämpfen haben Ermittler des Bundeskriminalamtes und des Landekriminalamtes Wien unter der Schirmherrschaft Europols in einer Aktionswoche von 24. bis 28. Oktober 2016 verdächtige Lieferungen verfolgt und die Empfänger kontrolliert. Dabei wurden besonders Bestellungen mit missbräuchlich verwendeten Kreditkartendaten mit Erlagscheinen in Augenschein genommen. Diese Aktionswoche war Dank der engen Zusammenarbeit mit elf Firmen möglich, die im Vorfeld schon eine Anzahl an möglichen Betrügern gefiltert hatte, die dann von den ermittelnden Beamtinnen und Beamten kontrolliert worden sind.

"In den zurückliegenden Jahren verlagerte sich die Kriminalität zunehmend von der Straße ins Internet. Im Rahmen von internationalen Kooperationen sind wir in der Lage großflächig Maßnahmen zu setzen, um dieser Entwicklung entgegenzutreten", so Innenminister Mag. Wolfgang Sobotka zu der europaweiten Aktion.

Erfolge
Im Zuge der Aktion wurden in Österreich zwei Hausdurchsuchungen durchgeführt, fünf Verdächtige ausfindig gemacht, davon wurden drei Personen festgenommen, die beiden restlichen auf freiem Fuß angezeigt und insgesamt 13 Pakete sichergestellt.

Europaweit wurden insgesamt 120 Hausdurchsuchungen durchgeführt, 42 Personen festgenommen und zahlreiche hochpreisige Waren sichergestellt. Insgesamt hatten die Täter 3.000 betrügerische Bestellungen mit einem Gesamtwert von 3,5 Millionen Euro durchgeführt. Im Zuge der Ermittlungen wurden auch andere Straftaten wie Geldwäsche, Terrorismus und illegale Einwanderung aufgedeckt.

Vorgehen der Täter
Grundsätzlich versucht der Täter oder die Tätergruppe durch Täuschung Waren oder Werksleistungen ohne Bezahlung oder vice versa Geld ohne entsprechender Gegenleistung zu erlangen. Das Mittel zum Betrug besteht hierbei in der Vortäuschung der Zahlungsfähig- und Zahlungswilligkeit beziehungsweise der Lieferwilligkeit. Das heißt für Unternehmen kann dies in beide Richtungen, also im Rahmen des Einkaufsprozesses beziehungsweise im Rahmen des Verkaufsprozesses zu einer Schädigung führen.

Tipps der Kriminalprävention für sicheres Einkaufen im Internet:
• Testen Sie ob der Internet-Shop zu üblichen Geschäftszeiten telefonisch gut erreichbar ist. Macht der Kundenservice einen sachkundigen Eindruck?
• Hinterfragen Sie kritisch welches Interesse der Anbieter an diesem Thema hat. Informieren Sie sich auch auf anderen Seiten über das Unternehmen. Lesen Sie Testberichte anderer Kunden.
• Nehmen Sie die Preisangaben näher unter die Lupe. Sind die Preise ohne weiteren Aufwand vollständig einsehbar und transparent? Kann man sofort Angaben zu Versandkosten finden? Gibt es eine Lieferkostenpauschale für die Bestellung mehrerer Artikel oder entfallen die Kosten ab einem bestimmten Warenwert? Und wenn Sie meinen, ein Schnäppchen im Ausland gefunden zu haben: Lauern hier eventuell horrende Versandkosten?
• Schauen Sie, ob die allgemeinen Geschäftsbedingungen leicht zu finden sind und informieren Sie sich besonders über Rücktritts- und Rückgaberechte.
• Vergessen Sie nicht: niemand hat etwas zu verschenken! Bei unrealistisch niedrigen Preisen ist doppelte Vorsicht geboten und eine Betrugsabsicht wahrscheinlich. Sie sollten den Shop wirklich gründlich "durchleuchten".
• Sollten Sie direkt online bezahlen, achten Sie darauf, dass die Übertragung verschlüsselt ist. Das erkennen Sie am https:// in der Adresszeile des Browsers sowie einem Vorhängeschlosssymbol beispielsweise am unteren Rand des Browserfensters.
• Je weiter die Entfernung, desto schwieriger ist es sich zu beschweren oder zu reklamieren: Bestellungen in anderen EU-Mitgliedstaaten können komplizierter werden, sind aber immer noch relativ sicher. Außerhalb der EU sollten Sie nur bestellen, wenn das Produkt nur dort erhältlich ist und es sich um ein bekanntes Unternehmen handelt.


In Österreich beteiligte Unternehmen:

Technische Universität Wien https://www.tuwien.ac.at/
A1 Telekom www.a1.net/
e-tec/DiTech http://www.e-tec.at/frame1/index.php https://www.ditech.at/shop/index.php
Kastner & Öhler/Gigasport http://www.kastner-oehler.at/ http://www.gigasport.at/
Neckermann www.neckermann.at
Sevenrabbits https://www.sevenrabbits.at/de-at
Ski Sport Willy http://www.ski-willy.at/shop/
Six Payment www.six-payment-services.com/de/home.html
Post www.Post.at
DPD https://www.dpd.com/at
Diners Club https://www.dinersclub.at/


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(BMI Abdruck honorarfrei)

Artikel Nr: 14136 vom Montag, 31. Oktober 2016, 09:04 Uhr.
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