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Kriminalitätsbekämpfung

Zweite internationale Aktionswoche gegen Bestellbetrug erfolgreich abgeschlossen

Die von Europol initiierte und vom Bundeskriminalamt (BK) koordinierte Aktionswoche zur Bekämpfung des Bestellbetrugs wurde von 6. bis 16. Juni 2017 in 26 Ländern durchgeführt. Dank enger Kooperation mit 15 namhaften Firmen in Österreich konnten zwei Täter festgenommen, 22 Ermittlungsverfahren aufgenommen und 14 Pakete sichergestellt werden.

Einkaufen im Internet erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Man bestellt in Ruhe von zuhause aus und bekommt seine Pakete in der Regel vor die Haustüre geliefert. Bestellung mit Kreditkarte, Zahlung nach Erhalt der Ware mit Erlagschein und Vorauskasse sind gängige Zahlungsformen. Auch professionelle Internetbetrüger profitieren vom boomenden Onlinehandel durch Bestellbetrug. Grundsätzlich versucht der Täter oder die Tätergruppe durch Täuschung Waren oder Werksleistungen ohne Bezahlung oder vice versa Geld ohne entsprechender Gegenleistung zu erlangen. Das Mittel zum Betrug besteht hierbei in der Vortäuschung der Zahlungsfähig- und Zahlungswilligkeit, beziehungsweise der Lieferwilligkeit. Das heißt für Unternehmen kann dies in beide Richtungen, also im Rahmen des Einkaufsprozesses beziehungsweise im Rahmen des Verkaufsprozesses zu einer Schädigung führen.

Um diese Art des Betruges wirksam zu bekämpfen, wurde 2016 die erste Aktionswoche gegen Bestellbetrug initiiert. 2017 nahmen 26 Länder von drei Kontinenten an der Aktion teil. Ermittler des BK, der Landeskriminalämter und der Polizeiinspektionen haben im Zuge der Aktionswoche verdächtige Lieferungen verfolgt und die Empfänger kontrolliert. Dabei wurden besonders Bestellungen mit missbräuchlich verwendeten Kreditkartendaten und mit Erlagscheinen in Augenschein genommen. Diese Aktionswoche war Dank der engen Zusammenarbeit mit fünfzehn Firmen möglich.

Erfolge
Im Zuge der Aktion wurden in Österreich zwei Hausdurchsuchungen durchgeführt, sieben Verdächtige ausfindig gemacht. Davon wurden zwei Personen festgenommen, die beiden restlichen auf freiem Fuß angezeigt. Zudem wurden insgesamt 14 Pakete mit Waren von der Polizei sichergestellt.

Von den privaten Kooperationspartnern wurden 22 Anzeigen zu mehr als 40 aktuellen Fällen von Bestellbetrug während der Aktionswoche erstattet. Diese Anzeigen stehen im Zusammenhang mit 615 betrügerisch erlangten Paketen, für deren Bestellvorgänge 170 falsche Identitäten verwendet wurden. Bei den Waren handelt sich vorwiegend um Elektronikartikel und Kleidung im Gesamtwert von 120.000 Euro. Die Amtshandlungen wurden in Kärnten, Niederösterreich, Salzburg, Tirol und Wien, wo der Schwerpunkt lag, durchgeführt. Sie bezogen sich vorwiegend auf betrügerische Bestellungen mit Erlagschein und mit gestohlenen Kreditkartendaten.

Bei einem Beschuldigten wurden im Rahmen der Ermittlungen Fotos mit kinderpornographischem Inhalt auf einem Laptop gefunden. Die Person steht auch im Verdacht, Suchtmittel über das Darknet bezogen zu haben. Bei einem Fall in Kärnten konnte ein Betrug mit gefälschten Rechnungen zur Erlangung von Garantieleistungen geklärt werden.

Innenminister Mag. Wolfgang Sobotka gratulierte zu dem Erfolg: "Ich bedanke mich bei den Unternehmen für die vertrauensvolle Kooperation. Die Vernetzung zwischen Wirtschaft und Polizei ist ein Garant für den polizeilichen Erfolg und die Aktionswoche ein Beispiel für eine zukunftsweisende Zusammenarbeit."

Weltweit wurden insgesamt 76 Personen festgenommen und zahlreiche hochpreisige Waren sichergestellt. Insgesamt hatten die Täter 20.000 betrügerische Bestellungen mit einem Gesamtwert von 5 Millionen Euro durchgeführt. Im Zuge der Ermittlungen wurden auch andere Straftaten wie Dokumentenmissbrauch, unterschiedliche Arten von Cybercrime, Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und illegale Einwanderung aufgedeckt.

Tipps der Kriminalprävention für sicheres Einkaufen im Internet:
• Testen Sie ob der Internet-Shop zu üblichen Geschäftszeiten telefonisch gut erreichbar ist. Macht der Kundenservice einen sachkundigen Eindruck?
• Nehmen Sie die Preisangaben näher unter die Lupe. Sind die Preise ohne weiteren Aufwand vollständig einsehbar und transparent? Kann man sofort Angaben zu Versandkosten finden? Gibt es eine Lieferkostenpauschale für die Bestellung mehrerer Artikel oder entfallen die Kosten ab einem bestimmten Warenwert? Und wenn Sie meinen, ein Schnäppchen im Ausland gefunden zu haben: Lauern hier eventuell horrende Versandkosten?
• Schauen Sie, ob die allgemeinen Geschäftsbedingungen leicht zu finden sind und informieren Sie sich besonders über Rücktritts- und Rückgaberechte.
• Vergessen Sie nicht: niemand hat etwas zu verschenken! Bei unrealistisch niedrigen Preisen ist doppelte Vorsicht geboten und eine Betrugsabsicht wahrscheinlich. Sie sollten den Shop wirklich gründlich "durchleuchten".
• Sollten Sie direkt online bezahlen, achten Sie darauf, dass die Übertragung verschlüsselt ist. Das erkennen Sie am https:// in der Adresszeile des Browsers sowie einem Vorhängeschlosssymbol beispielsweise am unteren Rand des Browserfensters.
• Je weiter die Entfernung, desto schwieriger ist es sich zu beschweren oder zu reklamieren: Bestellungen in anderen EU-Mitgliedstaaten können komplizierter werden, sind aber immer noch relativ sicher. Außerhalb der EU sollten Sie nur bestellen, wenn das Produkt nur dort erhältlich ist und es sich um ein bekanntes Unternehmen handelt.

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Artikel Nr: 14842 vom Mittwoch, 21. Juni 2017, 11:00 Uhr.
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